06 – Ein Bett, ein Zimmer

Die Wohnung ist wirklich SEHR KLEIN, und sehr billig gebaut!

Fangen wir mal von dem Hausflur an.

In dem Hausflur sind die Stromkabel, Gasschläuche und TV-Kabel überall zu sehen, verknotet oder gerollt in Form von ein Wollknäuel. Systematisch sind sie nicht, feuersicher sind sie auch nicht. Wenn man sich an die deutsche Ordnung gewöhnt hat, muss man die Frage stellen: Wie häufig wird ein Haus verbrannt wegen der Chaos-Kabel?

So, jetzt ist die Zeit dass wir zusammen ins Zimmer eintreten. Laut der Beschreibung im Internet ist die Wohnung 30qm groß. Sie hat eine Küche, ein Badezimmer, ein Wohnzimmer mit Fernseher und ein großes Bett für uns.

Ja, alle oben genannten Ausrüstungen sind da, nur sie sind alle in einem kleinen Zimmer zusammen und durch Glas oder dünne Wand getrennt. Von der Tür kann man die Wohnung komplett durch sehen. Gefühlt ist die gesamte Wohnung nur 20qm groß. Wenn wir zwei gleichzeitig in der Mitte der Wohnung stehen, sind wir fast Rücken am Rücken.

Gut, für 3 Tage halten wir das schon aus.

So, Klimaanlage einschalten und einmal gucken was es im Kühlschrank gibt.

Mhm, irgendwas stimmt hier nicht: Die Kühlschranktür geht nicht richtig auf, weil die dünne Holzwand die Öffnung der Kühlschranktür blockiert. Sowohl die Wand als auch die Ecke der Kühlschranktür sind schon ein bisschen kaputt. So einen Baufehler hat jemand scheinbar absichtlich eingebaut!

Und der Kühlschrank geht nicht an: es ist genau so warm in dem Schrank wie in dem Zimmer, also über 30 Grad!

Xiaofei ruft den Vermieter an und möchte beschreiben was für ein Kühlschrank der ist, weil der Vermieter mehrere Wohnungen mit ähnlichen Ausrüstungen hat, und nicht genau weiß was wir haben. Dabei ist uns aber aufgefallen, dass der Kühlschrank gar keine Marke hat! In China ist es bekannt, dass es viele kleine Fabriken gibt die Haushaltsgeräte nachbauen, und die Geräte aus solchen Fabriken keine Marke und auch keine Qualitätsgarantie haben. So ein Kühlschrank muss es sein.

„Naja, wir brauchen den Kühlschrank nicht unbedingt. Wir werden die 3 Tage eh draußen essen.“ sagt Xiaofei. Jetzt kann ich hier nicht einmal etwas gekühltes trinken! So ein Mist!

Xiaofei blickt sauer drein: „Das ist aber ein Luxusproblem! Wir sind jetzt nicht zu Hause und wir sollen keinen hohen Anspruch haben! Sei froh dass wir in Shanghai überhaupt eine Wohnung haben und irgendwo günstig schlafen können. Weißt du wie teuer es in Shanghai zu wohnen ist? Viele Leute haben nur ein Zimmer oder ein Bett in Shanghai!“

Na wenigstens ist das Bett akzeptabel, dass ich mich zumindest mal hinlegen kann.

Gute Nacht! (Um 12 Uhr mittags in Shanghai…)

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